Mehr Freiheit - weniger Staat

Drogen sind Privatangelegenheit

"Es steht fest, daß Alkoholismus, Kokainismus und Morphinismus fürchterliche Feinde des Lebens, der Gesundheit und der Arbeits- und Genußfähigkeit des Menschen sind, und der Utilitarier wird sie darum als Laster bezeichnen. Aber damit ist noch lange nicht bewiesen, daß die Obrigkeit zur Unterdrückung dieser Laster durch Handelsverbote einschreiten muß." Ludwig von Mises

Das Recht auf sich selbst
Schädliche Wirkung des Drogenverbots
Freiheitliche Anti-Drogen-Politik

Das Recht auf sich selbst

Viele fühlen sich berufen, ihre Mitmenschen vor sich selbst zu schützen. Mit welchem Recht? Der klassische Liberalismus geht davon aus, daß jeder Mensch Eigentümer seiner selbst ist und daher das Recht hat, über seinen Körper frei zu verfügen. Solange die Handlungen eines Erwachsenen nur ihn selbst betreffen, haben wir kein Recht, uns einzumischen. Wenn der Mehrheit erlaubt wird, einer Minderheit vorzuschreiben, wie sie zu leben hat, dann ermächtigt dies den Staat, in beliebiger Weise in unsere privaten Angelegenheiten einzugreifen.

"... sobald wir den Grundsatz der Nichteinmischung des Staatsapparates in alle Fragen der Lebenshaltung des einzelnen aufgeben, gelangen wir dazu, das Leben bis ins Kleinste zu regeln und zu beschränken. Die persönliche Freiheit des einzelnen wird aufgehoben, er wird zum Sklaven des Gemeinwesens, zum Knecht der Mehrheit." Ludwig von Mises

Die Demokratie darf von der jeweiligen Mehrheit nicht dazu mißbraucht werden, ihre Wertvorstellungen den unterlegenen Minderheiten als Verhaltensnorm verbindlich vorzuschreiben. In einer freien Gesellschaft muß man den Wettbewerb der verschiedenen Lebensstile ertragen und darf nicht der Versuchung verfallen, die eigene Weltanschauung Andersdenkenden aufzuzwingen.

"Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen." Ludwig von Mises

Der Eingriff des Staates in den Drogenmarkt schafft einen Präzedenzfall, der die Freiheit aller Bürger bedroht.

"To think it is right to use force to override another person's preferences 'for his own good' is the essence of the totalitarian personality. If you have the right to do that to someone else, then someone else has the right to do it to you." Charles Murray

Auch die Freiheit eines Drogensüchtigen endet erst dort, wo die Freiheit seiner Mitmenschen beginnt. Wir können durch gutes Beispiel und moralische Appelle versuchen, ihn von Handlungen abzuhalten, die wir für schädlich halten, aber wir dürfen ihn nicht zwingen, solange er die Freiheit seiner Mitmenschen respektiert.

Die Anwendung staatlicher Gewalt ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Rechte Dritter nicht anders geschützt werden können. Der Schutz eines Erwachsenen vor sich selbst darf niemals der Grund einer staatlichen Intervention sein. Die Position des klassischen Liberalismus zu dieser Frage findet sich in den folgenden berühmten Sätzen von John Stuart Mill:

"The only purpose for which power can be rightfully exercised over any member of a civilized community, against his will, is to prevent harm to others. His own good, either physical or moral, is not sufficient warrant." John Stuart Mill

Bezogen auf die Drogenproblematik folgt daraus, daß der Staat nicht das Recht hat, einen Drogenkonsumenten wie ein unmündiges Kind zu behandeln, das für die Folgen seiner Handlungen keine Verantwortung übernehmen kann.

"Aber wo private Praktiken niemand anderen berühren können als die freiwillig handelnden Erwachsenen, bietet die bloße Abneigung gegen das, was andere tun, oder selbst das Wissen, daß sich andere durch ihr Handeln schaden, keinen berechtigten Grund für Zwang." Friedrich von Hayek

Schädliche Wirkung des Drogenverbots

Das Drogenverbot schadet nicht nur den Drogenkonsumenten, sondern der gesamten Gesellschaft.

Die Nachteile des Drogenverbotes sind offensichtlich, aber worin bestehen seine Vorteile? Nach Aussage von Experten ist die Menge des illegal angebotenen Rauschgifts in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Das Drogenverbot hat sich als wirkungslos erwiesen. Wer Drogen haben möchte, kann sie jederzeit erhalten.

Der Kampf des Staates gegen den Markt kennt nur Verlierer. Letzten Endes muß man bei allen derartigen Versuchen feststellen, daß ein Markt auch mit brachialen staatlichen Mitteln nicht ausgeschaltet werden kann. Ein lehrreiches Beispiel dafür liefert das Alkoholverbot in den USA während der 1920er-Jahre, das die gleiche Wirkung hatte wie das Drogenverbot in der Gegenwart: es wurde eher mehr getrunken als vor dem Verbot und das organisierte Verbrechen erlebte eine beispiellose Blütezeit.

Erst die Aufhebung des Alkoholverbots brachte die mafiosen Organisationen um ihre Geschäftsgrundlage, während der Alkoholkonsum zumindest nicht zunahm. Der legal verkaufte Alkohol war technisch einwandfrei hergestellt und verursachte deshalb keine unerwünschten Nebenwirkungen. Überdies sanken die Preise der freigegebenen Getränke und damit die wirtschaftlichen Belastungen der Alkoholkonsumenten. Viele Schwarzhändler konnten in die Legalität zurückkehren und offiziell anerkannte Arbeitsplätze einrichten, die dem Staat sogar Steuereinnahmen brachten.

Es ist nicht zu erwarten, daß bei einer Liberalisierung des Drogenmarktes die Zahl der Drogenkonsumenten signifikant steigen würde. In den USA waren von ihrer Gründung bis in das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts Drogen wie Kokain und Opium-Derivate legal. Für diese Produkte konnte offen Werbung gemacht werden. Und doch gab es kein Drogenproblem, das auch nur entfernt dem ähnlich gewesen wäre, das wir heute kennen. Die Mehrzahl der damaligen Süchtigen war vom Alkohol abhängig.

Freiheitliche Anti-Drogen-Politik

Die Freigabe der Drogen bedeutet nicht, daß der einzelne Bürger dem Drogenkonsum wehrlos gegenüber stünde. Eine freiheitliche Zivilgesellschaft könnte sich besser vor Drogen schützen, als dies der Staat jemals vermocht hat.

Schule

"... if you want a world in which your child is not exposed to drugs in schools, don't have the government outlaw drugs; send your child to a school that outlaws drugs." Charles Murray

Eine private Schule, die in ihren Entscheidungen wirklich autonom ist, würde die ihr anvertrauten Schüler weitaus wirksamer vor Drogen schützen, als die ineffizienten staatlichen Schulbehörden. Die Eltern hätten in einer derartigen Schule einen viel größeren Einfluß als im gegenwärtigen staatlichen Schulwesen. Die Lehrkräfte einer privaten Lehranstalt wären unmittelbar an der Lösung des Problems interessiert, da ihre Arbeitsplätze davon abhängen. Private Schulen können individueller auf ihre Schüler eingehen als die staatlichen Schulen, die von einer zentralen Bürokratie gesteuert werden.

Arbeitsplatz

"The most effective anti-drugs-in-the-workplace policy? Free employers from government regulations over terms of employment." Charles Murray

Kein Unternehmer würde einen Drogenkonsumenten einstellen. Nahezu jeder Arbeitgeber würde schnell handeln, wenn ein Drogenproblem bekannt wird, meistens indem die betroffene Person entlassen wird. Das würde eine abschreckende Wirkung auf potentielle Drogenkonsumenten ausüben. Das heute gültige Arbeitsrecht mit seinem Kündigungsschutz verhindert eine wirksame Anti-Drogen-Politik in den Unternehmen.

Wohnviertel

"The most effective anti-drugs-in-the-neighborhood policy? Restoration of unrestricted freedom of association and complete deregulation of housing." Charles Murray

Die Vermieter würden in einem freien Wohnungsmarkt darauf achten, daß der Wert ihrer Immobilie nicht durch drogensüchtige Mieter gemindert wird. Das gegenwärtige Mietrecht macht es Eigentümern unmöglich, über ihr Eigentum frei zu verfügen. Die Lösung des Drogenproblems im Wohnbereich besteht nicht darin, alle lokalen Drogenhändler ins Gefängnis zu werfen. Wirkungsvoller wäre es, den Immobilieneigentümern die volle Vertragsfreiheit zu gewähren, damit sie eine Umgebung schaffen können, die Drogenhändler meiden.

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