Mehr Freiheit - weniger Staat

Artenschutz durch Eigentumsrechte

"Wherever we have public ownership we find overuse, waste, and extinction; but private ownership results in sustained-yield use and preservation." Robert J. Smith

Der Versuch, die Evolution anzuhalten
Die Angstkampagne der Grünen
Lebensraum für wildlebende Arten
Artenschutz durch private Eigentumsrechte
Norwegen und die Zwergwale
Der Schutz von Meeresfischbeständen

Der Versuch, die Evolution anzuhalten

"Extinctions are a natural process and it is incorrect to assume that all change is negative." Rowan B. Martin

Nahezu alle Arten, die jemals auf der Erde existierten, sind ausgestorben. Die Evolution ist ein natürlicher Prozeß, der sich nicht aufhalten läßt.

In Deutschland steht die Hausratte auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Die Hausratten werden von den ihnen überlegenen Wanderraten verdrängt. Sollen wir nun Partei für die Hausratten, und gegen die Wanderraten, ergreifen? Ist die Hausratte wertvoller als die Wanderratte? Wieviele Wanderraten sind zu töten, um ein "Gleichgewicht" zu erreichen? Es hat in der Naturgeschichte niemals einen stabilen Zustand gegeben. Die Natur ist immer in Bewegung, sie kennt kein Gleichgewicht.

"The romantic concept of a 'balance of nature' is a fruit of medieval theology not confirmed by modern science." Rowan B. Martin

Die Grünen übersehen bei ihrem Versuch, einen bestimmten Augenblickszustand der Natur für immer zu konservieren, einige Zusammenhänge:

"Conservation is too full of attempts to rescue species or ecosystems that are transients in the dynamic progression of life." Rowan B. Martin

Die Angstkampagne der Grünen

Angst

In den 1970er Jahren prophezeiten die Grünen das baldige Aussterben von sehr vielen Arten. Jeffrey McNeely, Chief Scientist der IUCN behauptete: "... if present trends continue, some 25% of the world's species will be lost in the next 25-50 years." Dillon Ripley, der Sekretär des Smithsonian Institute, glaubte 1970, daß bis 1995 circa 75% - 80% aller Tierarten ausgestorben sein würden. Die Erwartung des baldigen Weltuntergangs war in der Gründerzeit der Umweltbewegung weit verbreitet.

Heute ist man in diesen Kreisen bei Prognosen etwas vorsichtiger geworden. Das Worldwatch Institute behauptet, daß "... at least 1000 species are lost a year". Auch diese Zahl klingt sehr dramatisch. Man könnte diese Behauptung allerdings auch anders formulieren. Eine Aussterbensrate von 1.000 Arten pro Jahr würde bedeuten, daß jährlich 0,01% aller Arten verloren gingen. Das ergäbe in den nächsten 100 Jahren einen Verlust von 1% aller derzeit auf der Erde befindlichen Lebensformen. Diese Zahlen sind zwar erheblich weniger alarmierend als die apokalyptischen Visionen aus der Frühzeit der Grünen, aber auch diese Vorhersage ist maßlos übertrieben.

Stephen Edwards, der Leiter der Sustainable Use Initiative der World Conservation Union hat nachgewiesen, daß die Zahl der zwischen 1900 und 1990 ausgestorbenen Arten keinen Aufwärtstrend zeigt: "Documented animal extinctions peaked in the 1930s, and the number of extinctions has been declining since then."

Nach einem 1994 veröffentlichten Bericht der World Conservation Union sind seit dem Jahre 1600 insgesamt 368 Insektenarten, 258 weitere Tierarten und 384 Pflanzenarten ausgestorben. Drei Viertel der in der neueren Geschichte ausgestorbenen Arten lebten nur auf Inseln. Diese endemischen Arten haben eine sehr einheitliche Genstruktur, die sie besonders anfällig für Veränderungen in der Umwelt macht.

Lebensraum für wildlebende Arten

Eine der Hauptursachen des Aussterbens von Arten ist die Entwaldung und der damit verbundene Verlust von Lebensraum für spezialisierte Tiere und Pflanzen. Paul Ehrlich behauptete 1975: "...since more than nine-tenths of the original tropical rainforests will be removed in most areas within the next 30 years or so, it is expected that half of the organisms in these areas will vanish with it."

Nun ist aber 76% der tropischen Regenwaldgebietes noch mit Wald bedeckt. In gemäßigten Klimazonen expandierte der Wald dramatisch. In Europa nahm von 1950 bis 1990 die Waldfläche um ein Drittel zu. Die Waldfläche in den Entwicklungsländern verminderte sich von 1980 bis 1995 um 9%. In den letzten Jahren ist eine Verlangsamung dieses Prozesses zu beobachten.

Paul Ehrlich hat das Ausmaß des Waldverlustes in den Tropen falsch vorhergesagt, weil er, wie die meisten Grünen, die Gründe der Entwaldung nicht sehen wollte. Es sind nicht die kommerziellen Forstbetriebe, die den Wald zerstören, sondern, wie die Consultative Group on International Agricultural Research feststellte: "... poor farmers who have no other option for feeding their families than slashing and burning a patch of forest." Dank der Globalisierung sank seit 1990 die Zahl der Armen in Asien und Lateinamerika erheblich. Viele Wanderbauern, die vorher von Brandrodungen leben mußten, finden heute Arbeit in der gewerblichen Wirtschaft ihrer Länder.

Wenn man die Waldfläche ausdehnen und damit die Lebenschancen wildlebender Tiere und Pflanzen vergrößern will, muß man die Anwendung moderner landwirtschaftlicher Methoden unterstützen. Dazu gehören:

Die von den Grünen propagierte "organische" Landwirtschaft verzichtet auf die obigen Errungenschaften der Wissenschaft und hat deshalb einen höheren Flächenverbrauch als die wissenschaftsorientierte Produktionsweise. Wenn sich die grüne "Biolandwirtschaft" allgemein durchsetzen würde, müßte man jede Wildnis, die heute noch besteht, landwirtschaftlich nutzen. Die rückständige grüne Landwirtschaft nimmt jenen Tieren und Pflanzen, die zu schützen die Grünen vorgeben, den Lebensraum. Wer die Wildnis vergrößern will, muß eine moderne High-Tech Landwirtschaft einsetzen, die dank ihrer höheren Produktivität einen geringeren Landverbrauch hat als die primitiven grünen Produktionsmethoden.

Artenschutz durch private Eigentumsrechte

"The tragedy of the commons must be one of the most discussed issues in biodiversity conservation. The common is by definition unowned, and the incentive for the individual is to gain benefits from the commons before another individual does so." Rowan B. Martin

"The proper path toward resolving the vexing issues of wildlife conservation lies in removing wildlife from common property resource treatment and creating private property rights. This poses a direct challenge to the basic philosophical beliefs of many environmentalists. But if we are to resolve the tragedy of the commons and preserve our natural resources and wildlife, we must create a new paradigm for the environmental movement: private property rights in natural resources and wildlife." Robert J. Smith

Die Grünen setzen auf ein staatliches Kommando- und Kontrollsystem im Artenschutz. Die Eckpfeiler grüner Politik sind:

Diese Art von Politik hat sich als außerordentlich kontraproduktiv erwiesen:
"Far from CITES trade bans forcing national governments to conserve species, they have rather the effect of creating conditions whereby species become legally valueless and will simply disappear through a process of attrition and through illegal trade (e.g., the black rhino in Zimbabwe)." Rowan B. Martin

Die Alternative zum grünen Irrweg im Artenschutz ist ein marktkonformes System wirtschaftlicher Anreize, die es für den Bürger gewinnbringend machen, Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Das Beispiel von Namibia zeigt, wie man mit einer Ausdehnung der privaten Eigentumsrechte Artenschutz betreiben kann. Dort erhielten 1967 die privaten Landeigner Besitzrechte an den Wildtieren, die sich auf ihrem Grund und Boden befinden. Durch diese Maßnahme wandelte sich das Wild von einer unliebsamen Konkurrenz der Viehhalter zu einer Erwerbsquelle. Die wirtschaftliche Nutzung der Wildtiere als Jagdtrophäe und Tourismusattraktion, sowie die Vermarktung von deren Pelz und Fleisch, führte dazu, daß der Bestand dieser wertvollen Ressource zunahm. Von 1972 bis 1992 stieg der Wildbestand auf privatem Farmland um 70%, die Artenvielfalt bei den Wildsäugetieren erhöhte sich um 40%. Über 90% des Großwildes befindet sich in Namibia auf privatem Land.

"... give communities (or private landholders) secure property rights to their resources and simultaneously make them bear all costs and receive all income related to those resources, and they will have the proper set of incentives to husband those resources sustainably to ensure their own future." Rowan B. Martin

Norwegen und die Zwergwale

Geht es immer um den Schutz bedrohter Arten, wenn die Grünen für Artenschutz eintreten? Ein aufschlußreiches Beispiel liefert der Walfang der Norweger.

Die norwegische Regierung erlaubt einheimischen Fischern jedes Jahr einige Hundert Zwergwale (Minkwale) mit traditionellen Methoden zu erlegen. Nun gilt seit 1982 ein totales Fangverbot für Wale. Regulierungsgremium ist die Internationale Walfangkommission (IWC), der über 20 Staaten angehören.

Norwegen beruft sich bei seinem begrenzten Walfang auf ein seit Jahrhunderten geltendes Gewohnheitsrecht, das eine kulturelle Tradition begründet hat. Der Bestand des Zwergwals ist durch die norwegische Nutzung keineswegs gefährdet. In den Küstengewässern des Landes befinden sich 90.000 Zwergwale, weltweit gibt es über eine Million von ihnen. Sogar der Sekretär des IWC, Ray Gambell, hat zum Fang des Zwergwals erklärt: "In all reasonableness we would have to say that a commercial catch could be taken without endangering these whale stocks."

Das hindert allerdings die Grünen nicht daran, heftige Feldzüge gegen die norwegischen Walfänger zu führen.

Der Schutz von Meeresfischbeständen

"Resource conservation is ... a rational response to a given situation. Institutional constraints determine these responses, and are intrinsically bound to the question of who owns the rights to do what with a resource. Thus, property rights ... are a crucial element in any analysis of why some resources are conserved and others are not." Michael De Alessi

Gemeineigentum und die damit verbundene staatliche Regulierung der Nutzung öffentlicher Güter schaffen ein Anreizsystem, das zu einem katastrophalen Niedergang der zu schützenden Arten führt. Ein Beispiel dafür ist die Kabeljaufischerei der USA und Kanadas im Atlantik. Ursprünglich war der Dorsch in diesen Gewässern so zahlreich, daß man ihn nahezu mit bloßer Hand fangen konnte. Als der National Marine Fisheries Service der USA einen Rückgang der Bestände feststellte, verfügte der New England Fishery Management Council eine Reihe von Maßnahmen, um die Fangmengen zu reduzieren.

Doch die Fischer erwiesen sich als sehr findig in der Umgehung der ihnen auferlegten Beschränkungen. Als die Fangzeit verkürzt wurde, antworteten sie mit größeren Netzen. Als die Nutzung größerer Netze beschränkt wurde, statteten die Fischer ihre Boote mit stärkeren Motoren aus. In diesem Wettlauf waren die Nutzer den Regulierern immer um einen Schritt voraus. Das führte dazu, daß nach der Einführung der staatlichen Beschränkungen die Fangmenge doppelt so groß war, wie von den Behörden vorgesehen. Die staatliche Bewirtschaftung hat bewirkt, daß heute die Kabeljaubestände im Nordatlantik auf einem historischen Tiefstand sind.

Derartige Regulierungsversuche bringen immer und überall absurde Ergebnisse hervor. In Alaska sollten die Heilbuttbestände geschont werden durch eine Begrenzung der Fangsaison. Die Fischer antworteten mit besseren Booten, größeren Netzen, Sonargeräten zur Auffindung der Fische und ähnlichen Neuerungen. Die Behörden reagierten mit einer weiteren Verkürzung der Fangzeit, die bald nur noch 48 Stunden betrug. Die Fischer waren jedoch auch dieser Herausforderung gewachsen. In hektischen 2 Tagen holen sie so viel Heilbutt aus dem Meer, wie vorher in einer mehrere Monate dauernden Fangsaison.

Ein marktkonformer Ansatz zur Lösung des Problems besteht in der Einführung von Individuellen Transferierbaren Quoten (ITQ). Diese ITQ gewähren das unbefristete Recht, einen bestimmten Prozentsatz des Fischbestands zu fangen, der in einem genau festgelegten Fanggebiet vorhanden ist. ITQ können an der Börse gehandelt werden. Der Preis der Quoten bestimmt sich nach den Fangaussichten. Da die ITQ zeitlich nicht begrenzt sind, geben sie ihren Eigentümern die Gewißheit, daß alle Investitionen in die Fischbestände ihnen zugute kommen. Durch die einmalige Ausgabe der ITQ zieht sich der Staat für immer aus der Regulierung der Meeresfischerei zurück. Zumindest in den nationalen Hoheitsgewässern wird aus ausplünderungsbedrohtem Gemeineigentum ein staatlich garantiertes Privateigentum an der Ressource Fisch.

"... ITQs can be a tremendous step in the right direction. In contrast to regulation-based controls, they provide positive conservation incentives for those harvesting resources, in large part due to the fact that the health of the fishery is capitalized into the value of the quota. In other words, the brighter the prospects for future harvests, the more ITQs will be worth, allowing ITQ owners to gain now from steps they take to ensure the long-term future health of the fishery." Michael De Alessi

Die Erfahrungen mit ITQ sind sehr positiv. So hat zum Beispiel Neuseeland im Fisheries Act von 1983 ITQ für einige Tiefwasserfische eingeführt. In 1986 wurden mit dem Quota Management System für alle kommerziell bedeutsamen Fischarten spezifische ITQ geschaffen. Vor der Einführung der ITQ litt die Fischindustrie Neuseelands an den üblichen Krisenerscheinung eines staatlich regulierten Wirtschaftszweigs: sinkende Fischbestände und steigende Investitionen in Boote, Netze und sonstige Ausrüstung; sinkende Umsätze und Gewinne der Fischer, die erhebliche staatliche Subventionen erhielten, um wirtschaftlich überleben zu können.

Nach Einführung der ITQ stieg die Fischproduktion von 180.000 Tonnen in 1986 auf 452.000 Tonnen in 1995. Die Exporte von Fisch erhöhten sich von 23 Millionen $ in 1986 auf 45 Millionen $ in 1995. Die Fischbestände haben sich erholt, Fangkapazitäten wurden reduziert, private Investitionen in wissenschaftliche Forschung unternommen, staatliche Subventionen beendet.

"Fishers in New Zealand are taking on more and more responsibilities for fisheries management and scientific research, and it appears that the trend will continue, and the government's role in the fisheries will continue to shrink as the health of the fisheries improves." Michael De Alessi

Literatur

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