Mehr Freiheit - weniger Staat

Biotechnologie in der Landwirtschaft

"Biotechnologie ermöglicht es heute, mehr und qualitativ bessere Lebensmittel zu produzieren, unter anspruchsvollen Bedingungen und mit weniger Chemikalien." C. S. Prakash

Die Errungenschaften der Gentechnik
Die Risiken gentechnischer Veränderungen
Der Kampf der Grünen gegen die Biotechnologie

Die Errungenschaften der Gentechnik

Die moderne Biotechnologie ist in der Lage, die Genstruktur von Pflanzen so zu verändern, daß Menschen, Tiere und Umwelt daraus Nutzen ziehen können. Folgende gentechnische Veränderungen sind möglich:

Erhöhung der Widerstandsfähigkeit

Verbesserung der Qualität

Steigerung der Erträge

I keep the doctor away!

Die Risiken gentechnischer Veränderungen

Auch die Anwendung der Biotechnologie ist mit Risiken verbunden, die allerdings beherrschbar sind. Folgende Gefährdungen sind denkbar:

Gentechnisch veränderte Pflanzen sind nicht ohne Risiko. Das trifft aber auch auf Produkte der konventionellen Landwirtschaft zu. Ein Beispiel dafür ist die Kontamination von Maisprodukten mit dem Toxin Fumonisin, die auf den Befall von Maiskolben mit dem Pilz Fusarium moniliforme zurückgeht. Bei Pferden, Schweinen und anderen Tieren hat die Verfütterung von kontaminiertem Mais schon zum Tod ganzer Herden geführt. Bei Ratten löst Fumonisin Leberkrebs aus. Dieses Toxin ist so stabil, daß es sogar die Verarbeitung von Mais zu Cornflakes übersteht. In Deutschland hat man festgestellt, daß die Belastung der Kleinkindernahrung durch dieses Toxin sehr hoch ist. In Großbritannien wurden nach einer Überprüfung von 30 im Handel befindlichen Maisprodukten insgesamt 10 Produkte wegen zu hoher Fumonisingehalte aus dem Verkehr gezogen. Die am höchsten belasteten Produkte stammten aus dem ökologischen Anbau. Der gentechnisch veränderte Bt-Mais enthält hingegen kaum Fumonisin. Dieser Befund ist nicht erstaunlich, denn die Fusarien-Pilze siedeln sich an den Verletzungsstellen des Maiskolbens an, die meistens durch die Fraßtätigkeit der Maiszünsler hervorgerufen werden. Am Bt-Mais finden sich kaum Fraßschäden der Maiszünsler, infolge dessen gibt es auch fast keine Angriffspunkte für die Fusarien-Pilze.

Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften hat 2006 zum gentechnisch verändertem (GV) Mais festgestellt, daß "... der Verzehr von GV-Maisprodukten grundsätzlich risikoärmer [ist] als der Verzehr von herkömmlichen Maisprodukten." Im selben Gutachten heißt es auch: "... das Allergenitätsrisiko [ist] bei GVO (gentechnisch veränderten Organismen) deutlich geringer einzuschätzen als bei Produkten einer konventionellen Züchtung."

Der Verzehr von GV-Nahrungsmitteln ist keineswegs risikoreicher als der Verzehr herkömmlicher Nahrungsmittel. Im Gegenteil: die GV-Produkte sind strenger geprüft als ihre konventionellen Alternativen. Die Biotechnologie bietet ein hohes Sicherheitsniveau, das die konkurrierenden Produktionsweisen nicht erreichen.

Ein Beispiel dafür liefert der ökologische Landbau, der ebenfalls das Bt-Toxin einsetzt, aber auf eine sehr primitive Weise. Das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis, aus dem die Gentechnik Gene entnommen hat, um sie wegen ihrer insektiziden Wirkung in das Mais-Genom einzusetzen, ist in der Natur weit verbreitet. Wird das Bakterium von Insekten über ihre pflanzliche Nahrung aufgenommen, wirkt Bt genauso insektizid wie im Bt-Mais. Das machen sich die Ökobauern zunutze, indem sie Bakterien-Lösungen auf Kulturpflanzen versprühen, um durch das Toxin der Bakterien Schädlinge zu bekämpfen. Die Bakterien werden in großen Mengen ausgebracht. Man tötet dadurch nicht nur die unerwünschten Insekten, sondern auch viele nützliche Insekten, darunter geschützte Arten. Die Öko-Landwirte tun das, ohne Risikobegleitforschung oder Langzeitmonitoring zu betreiben. Dabei ist unklar, ob sich das Toxin aus den Bakterien im Boden anreichert. Darüber hinaus wird ignoriert, daß die unkontrollierte Freisetzung von riesigen Mengen eines Bakteriums, dessen Rolle im Ackerökosystem fast unbekannt ist, ein sehr großes Risiko darstellt. Bis heute schweigen die Umweltverbände zu diesem Bt-Einsatz im ökologischen Landbau, obwohl niemand das damit verbundene Risiko für Mensch und Umwelt einschätzen kann. Warum fordern die Grünen keine Kennzeichnung der Öko-Produkte, die mit den Bt-Toxin produzierenden Bakterien in Berührung gekommen sind?

Der Kampf der Grünen gegen die Biotechnologie

Angst

Die grünen Verbände führen einen fanatischen Kreuzzug gegen die gesamte Biotechnologie. Bei einer parlamentarischen Anhörung im britischen Oberhaus antwortete der Vertreter von Greenpeace auf die Frage, ob irgendwelche neue Erkenntnisse die Ablehnung der Biotechnologie durch seine Organisation beeinflussen könnten: "Es ist eine dauerhafte, endgültige und vollständige Gegnerschaft". Wer so denkt, läßt sich nicht durch wissenschaftliche Beweise beeindrucken. Die Opposition der Grünen gegen die Gentechnik ist Ausdruck einer fundamentalistischen Denkweise, die sich aus irrationalen Quellen speist.

In der Europäischen Union ist die grüne Technikfeindschaft Bestandteil der offiziellen Politik. Die EU-Kommission und das EU-Parlament haben ein dichtes Gestrüpp von Gesetzen und Verordnungen beschlossen, welche die Biotechnologie zwar nicht explizit verbieten, aber in der Praxis es äußerst schwer machen, gentechnisch veränderte Produkte in den Markt einzuführen. Natürlich wurde auch eine neue Bürokratie geschaffen: eine Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit ist für die Zulassung von GV-Lebensmitteln und -Futtermitteln zuständig. Man gönnt sich aber auch eine Informationsstelle zur Prävention biotechnologischer Risiken, die jeden GVO prüft, bevor er in ein anderes Land "verbracht" werden darf.

Die EU-Regeln sind so rigide, daß sie einem Verbot der Einfuhr von GVO in die EU gleichkommen. Gegen diese Handelsbeschränkung haben die USA, Kanada und Argentinien im Jahr 2003 eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) eingereicht. Anfang 2006 entschied die WTO, daß die EU ihr Regelwerk zur Biotechnologie nicht so gestalten darf, daß dadurch der internationale Handel behindert wird. Außerdem erklärte die WTO, daß die GVO-Verbote in einzelnen EU-Mitgliedsstaaten eine Verletzung der WTO-Regeln darstellen.

In dieser Situation wußte sich die deutsche politische Klasse zu helfen. Wenn man die Gentechnik nicht direkt verbieten kann, dann kann man zumindest ihre Anwendung so erschweren, daß dies einem faktischen Verbot gleichkommt. In Deutschland erreichte man dieses Ziel durch ein Gesetz, das alle Anwender der Biotechnologie einer sehr weitgehenden Schadenersatzpflicht unterwirft. Damit wird das ökonomische Risiko der Anwendung der Gentechnik so groß, daß niemand es tragen kann. Die Grünen in allen Parteien unterdrücken auf diese Weise eine der größten Innovationen der jüngeren Wissenschaftsgeschichte, ohne ein explizites Verbot aussprechen zu müssen.

Der grüne Kampf gegen die Biotechnologie hat nicht nur ideologische, sondern auch ökonomische Gründe. Ein wesentlicher Teil der grünen Basis ist im ökologischen Landbau tätig, der nach mystischen Vorstellungen betrieben wird. Diese Landwirtschaft, in der noch Kuhhörner mit Innereien gefüllt und bei einem bestimmten Stand des Mondes in der Erde vergraben werden, um diese fruchtbar zu machen, ist niemals mit einer wissenschaftsorientierten biotechnologischen Landwirtschaft wettbewerbsfähig. Der grüne Kampf gegen die Biotechnologie ist das implizite Eingeständnis der Grünen, daß ihnen die grundsätzliche Unterlegenheit ihrer Landbaumethoden bewußt ist.

Für die EU-Bürger bringt die Unterdrückung der Biotechnologie einen Wohlstandsverlust mit sich. Die Nahrungsmittel sind teurer, weniger wohlschmeckend, weniger haltbar, weniger bekömmlich und auch unsicherer, als sie es bei Anwendung der Gentechnik wären. Die EU verliert den Anschluß an die internationale Entwicklung in einer der wichtigsten Hochtechnologien. Allein in Deutschland sind durch die grüne Blockade 10.000 High-Tech Arbeitsplätze in biotechnologischen Unternehmen gefährdet.

Die grüne Ideologie macht nicht nur arm, sie kostet auch Menschenleben. Die völlig übertriebenen und nachweislich unsinnigen Zulassungsverfahren in der EU bewirken, daß der oben erwähnte "Goldene Reis", der Provitamin A im Korn enthält, frühestens 2010 den Armen in den Entwicklungsländern zur Verfügung gestellt werden kann. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit 230 Millionen Kinder von chronischem Vitamin-A-Mangel bedroht. Haben sich die Grünen je gefragt, wieviel Kinder aus armen Familien wegen der durch die grüne Politik erzwungenen verspäteten Auslieferung des GV-Reises unter einem Vitaminmangel leiden, der zu verminderter intellektueller Leistungsfähigkeit, Schwächung des Immunsystems, Zunahme von Infektionskrankheiten, Nachtblindheit und völliger Erblindung führt?

"Ich betrachte die bei der Einführung des Goldenen Reises erzwungene Verzögerung, die unzählige Kinder zum Sterben oder zur Blindheit verdammt, als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit." Lord Dick Taverne

Es ist zu erwarten, daß die Weltbevölkerung von gegenwärtig 6 Milliarden auf 8 Milliarden im Jahr 2050 steigen wird. Dieser Bevölkerungszuwachs wird ausschließlich in den Entwicklungsländern stattfinden, wo heute 800 Millionen Menschen unterernährt sind. Die konventionelle Agrartechnik kann die Erträge nicht mehr nennenswert steigern. Die global vorhandene Ackerbaufläche läßt sich kaum ausweiten. Nur bei umfassender Anwendung der Biotechnologie ist es möglich, die in den nächsten Jahrzehnten neu hinzu kommenden Menschen zu ernähren. Die Nutzung der Gentechnik ist für die Armen dieser Welt eine Frage von Leben oder Tod.

Die grünen Frontorganisationen haben in dieser Frage eine klare Position. Vor die Wahl gestellt zwischen Biotechnologie oder Tod, wählen sie den Tod, allerdings nicht den eigenen, sondern den von Menschen in den Entwicklungsländern. Ein Beispiel dafür liefert die Hungersnot im Jahre 2002 im südlichen Afrika, von der 14 Millionen Menschen betroffen waren. Die USA leisteten in dieser Krisensituation Soforthilfe, indem sie handelsübliche Lebensmittel kostenlos an die betroffenen Länder lieferten. Ein erheblicher Teil der US-Hilfslieferungen bestand aus genetisch veränderten Nahrungsmitteln. Die grünen Verbände und die EU drängten die damalige Regierung Sambias, die Annahme der US-Hilfe zu verweigern, da sie kontaminiert sei. Zum damaligen Zeitpunkt waren in Sambia circa 2,5 Millionen Menschen kurz vor dem Verhungern. Die USA hatten 26.000 Tonnen Bt-Mais in dieses Land geliefert. Es handelte sich um normale US-Handelsware, die von den US-Amerikanern schon seit vielen Jahren konsumiert wird. In Übereinstimmung mit der grünen Ideologie erklärte der Präsident Sambias: "Wir würden lieber hungern als etwas Giftiges anzunehmen". Die US-Hilfslieferungen wurden in Lagerhäusern unter Verschluß gehalten. Die hungernde Bevölkerung versuchte mehrmals, diese Lagerhäuser zu stürmen, aber die grünen Menschenfreunde blieben unbarmherzig.

Das Wall Street Journal schrieb dazu am 17.9.2003 in einem Editorial: "Die grüne Brigade, die ihre politische Gegnerschaft zu GV-Nahrungsmitteln gern mit Pseudowissenschaft stützt, feiert Sambias Sturheit. Dabei ist der Wille von Greenpeace, Friends of the Earth und ähnlichen Organisationen, die Afrikaner im Namen der Ideologie von jemand anderem hungern zu lassen, besonders bemerkenswert."

Frankenfood Kampagne

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