"Satiriker wie Lewis Carroll oder Jonathan Swift wären fasziniert, könnten sie sehen, daß die Rückkehr zu Holzfeuer und Misthaufen im Nuklearzeitalter als Fortschritt angesehen wird." Paul Driessen
Grüne gegen preiswerte Energieträger
Vorräte an fossilen Energieträgern
Sichere Nutzung der Kernenergie
Der erzwungene "Atomkonsens"
Effizienzsteigerung und Einsparung
Erneuerbare Energien
Energiemarkt statt Energiediktat
Grüne gegen preiswerte Energieträger
"Giving society cheap, abundant energy ... would be the equivalent of giving an idiot child a machine gun." Paul Ehrlich
Die obige Aussage, die der grüne Prophet Paul Ehrlich 1978 machte, zeigt, worum es den Grünen in ihrer Energiepolitik wirklich geht. Die grünen Priester bewahren die unmündigen Massen nicht nur vor dem sündigen Wohlleben, das eine entwickelte Industriegesellschaft ermöglicht. Gleichzeitig führt die grüne Bewegung damit auch einen wirkungsvollen Kampf gegen den Kapitalismus.
Preiswerte und reichlich vorhandene Energie, die Paul Ehrlich so verabscheut, ist eine unverzichtbare Voraussetzung jeder modernen Wirtschaft, und damit unseres Wohlstands. Ohne die fossilen Energieträger Erdöl, Erdgas und Kohle wäre der Aufbau der Industrie im 19. und 20. Jahrhundert, und damit die Befreiung aus struktureller Armut, nicht möglich gewesen. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts kam mit der Kernenergie noch eine weitere Energieart hinzu, die aus Sicht der Grünen zu preisgünstig ist.
Heute deckt Deutschland 84% seines Energiebedarfs mit fossilen Energieträgern. Auch in den anderen entwickelten Volkswirtschaften, von den USA über Großbritannien bis Japan, beträgt der fossile Anteil am Primärenergieverbrauch mehr als 80%. Nur in Frankreich ist dieser Anteil mit 53% geringer, weil dort die Kernenergie eine viel größere Bedeutung hat. In Deutschland wird 30% des Stroms in Kernkraftwerken erzeugt.
Der Kampf der Grünen gegen die fossilen Energieträger und die Kernenergie greift die energetische Grundlage der Industriegesellschaft an. In diesem Kampf waren die Grünen bisher sehr erfolgreich. Sie zerstörten den Energiemarkt und setzten an seine Stelle eine ökologistische Kommandowirtschaft. Unter staatlichem Druck wurde die Energiewirtschaft zum Ausstieg aus der Kernenergie gedrängt, die erneuerbaren Energien werden durch Gesetze privilegiert, Ökosteuern verteuern die bekämpften Energiearten, und der Bürger wird durch bürokratische Vorschriften, wie Energiesparverordnungen, Wärmeschutzverordnungen, Heizanlagenverordnungen, Verordnungen zur Ökosteuer-Rückerstattung, Stromsteuerdurchführungsverordnungen, Förderprogramme und Markttransformationsprogramme, in die politisch gewünschte Richtung gedrängt.
Die Grünen begründen ihr Zerstörungswerk mit den folgenden Behauptungen:
Vorräte an fossilen Energieträgern
"We are prospecting for the very last of our resources and using up the nonrenewable things many times faster than we are finding new ones." Martin Litton, Direktor des Sierra Clubs, 1970.
Das grüne Standardwerk in der Frage der Verfügbarkeit endlicher Ressourcen ist der 1972 unter dem Titel "The Limits to Growth" publizierte Bericht an den Club of Rome, in dem vorhergesagt wurde, daß die meisten mineralischen Rohstoffe sowie die fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas bis zum Jahr 2000 verbraucht sein würden. Diese düsteren Prognosen haben damals viel Aufsehen erregt und es gab nur wenige Journalisten, die Zweifel am baldigen Wirtschaftskollaps äußerten.
Heute wissen wir, daß alle grünen Weissagungen völlig falsch waren. Die Preise von Metallen und Mineralien befinden sich seit 1970 in einem langfristigen Abwärtstrend. Das zeigt, daß die Nachfrage nach diesen nicht erneuerbaren Rohstoffen auf ein ständig steigendes Angebot trifft.
Die globalen Erdölreserven sind heute 17 mal größer als vor 60 Jahren, als man damit begann, sie systematisch zu erfassen. Im Jahr 1947 betrugen die weltweit bekannten Erdölvorräte insgesamt 68 Milliarden Barrel (1 Barrel = 159 Liter). In den folgenden 50 Jahren wurde mehr als das Zehnfache dessen verbraucht: bis 1997 konsumierte die Weltwirtschaft 783 Milliarden Barrel. Das war aber kein Raubbau, denn Ende 2004 betrugen die nachgewiesenen Erdölreserven 1.188 Milliarden Barrel. Mit dieser Menge ließe sich die Wirtschaft noch 43 Jahre versorgen, wenn man den gegenwärtigen Verbrauch unterstellt. 1960 hatte man die Reichweite der bekannten Erdölbestände mit 40 Jahren angegeben. Nach Jahrzehnten der intensiven Nutzung ist die Verfügbarkeit von Erdöl noch gestiegen. Bei einem Erdölpreis von mehr als 40 Dollar je Barrel wird es rentabel, nutzbaren Kohlenwasserstoff aus Teersand und Ölschiefer zu gewinnen. Ihre nachgewiesenen Vorräte sind sehr hoch. Die aus ihnen gewinnbare Energie könnten den Bedarf von 5.000 Jahren decken.
Auch Erdgas ist reichlich vorhanden. Die weltweit bekannten Reserven betrugen 1966 insgesamt 29,5 Billionen Kubikmeter. Bis Ende 1998 wurden 53 Billionen Kubikmeter verbraucht, aber die globalen Erdgasvorräte beliefen sich zu diesem Zeitpunkt auf 145 Billionen Kubikmeter. Ende 2004 waren Reserven in Höhe von 180 Billionen Kubikmeter Erdgas nachgewiesen. Diese Menge könnte den Bedarf von 60 Jahren decken, wenn man in diesem Zeitraum keine neuen Lagerstätten erschließen würde.
Immense Reserven an Erdgas könnten noch mit neuen Technologien erschlossen werden. In den Methanhydratvorkommen an den Kontinentalrändern der Ozeane und vieler Permafrostgebiete lagern mehrere 1.000 Gigatonnen Kohlenstoff. Diese Vorräte sind größer als die Summe aller nachgewiesenen Vorkommen von Erdöl, Erdgas und Kohle. Der sichere Abbau dieser Gashydrate aus Meer und Permafrostgebieten ist keine allzugroße technische Herausforderung. Sie wäre schnell bewältigt, wenn es eine entsprechende Nachfrage auf dem Energiemarkt gäbe.
Die Reichweite der bekannten Kohleressourcen, bezogen auf die heutige Jahresförderung, beträgt 1.500 Jahre. Dabei handelt es sich nur um jene Vorräte, die mit der gegenwärtigen Fördertechnik abgebaut werden könnten.
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die fossilen Energieträger noch für sehr lange Zeit reichlich vorhanden sein werden. Eher werden die Verwendungszwecke für die fossilen Energien ausgehen, als daß diese sich erschöpfen.
Sichere Nutzung der Kernenergie
Die Grünen begründen ihre Ablehnung der Kernenergie mit 3 Behauptungen:
In der Natur gibt es viele Strahlenquellen, an die sich der Mensch im Verlauf der Evolution angepaßt hat. Auf einem Grundstück von 500 Quadratmeter sind bei durchschnittlicher Bodenzusammensetzung in der obersten Erdschicht von 1 m Dicke circa 2 kg Uran und 6 kg Thorium enthalten. Die Konzentration von Uran in der Erdkruste beträgt durchschnittlich etwa 2 ppm (parts per million). Ordnet man die Elemente nach ihrer natürlichen Häufigkeit in Krustengesteinen, dann steht Uran an 54. Stelle. In Gebieten, wo aufgrund besonderer geologischer Verhältnisse eine sehr hohe natürliche Strahlenexposition gegeben ist, wie in Kerala (Indien) oder Ramsar (Iran), konnten keine Gendefekte oder erhöhte Krebsraten bei der örtlichen Bevölkerung festgestellt werden.
Der Mensch hat schon immer mit Radioaktivität gelebt, die kosmischen oder terrestrischen Ursprung haben kann. Der größte Teil der natürlichen Strahlung stammt vom Edelgas Radon, das sich beim natürlichen Zerfall von Uran bildet. Die natürliche Strahlenexposition ist je nach Höhe, Bodenbeschaffenheit und anderen Faktoren sehr unterschiedlich. So liegt die naturbedingte Radioaktivität im Bayerischen Wald um 50% höher als im deutschen Durchschnitt. An einigen Orten beträgt sie das achtfache des Durchschnittswertes. Die Strahlenbelastung durch ein Kernkraftwerk beträgt für die Menschen, die in seiner Nähe leben, nur wenige Prozent der natürlichen Umgebungsstrahlung.
In der Medizin nutzt man seit langer Zeit die heilende Wirkung von Niedrigdosis-Strahlenanwendungen, beispielsweise in der Behandlung arthritisch-rheumatischer Gelenkerkrankungen und von Morbus Bechterew, einer schmerzhaften Rückgratverkrümmung. Diese Radonheilbehandlungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Jährlich werden in Deutschland, Österreich und Tschechien in 17 Radonbädern circa 75.000 Patienten behandelt. Der langfristige Behandlungserfolg wurde durch randomisierte Doppelblindstudien nachgewiesen. Gesundheitliche Schäden durch die radioaktiven Strahlen, denen die Patienten ausgesetzt sind, konnten bis heute nicht festgestellt werden.
Die Annahme einer linearen Nichtschwellen-Dosis-Wirkungsbeziehung widerspricht dem wissenschaftlichen Kenntnisstand. Die Grünen machen es sich sehr einfach: sie extrapolieren die Schadenskurve zum Ursprung, also in einen Bereich, wo grundsätzlich keine Messung mehr möglich ist. Das erlaubt die Behauptung angsterregender Kollektivschäden durch die Multiplikation rein hypothetischer Schäden kleinster Dosen mit hohen Bevölkerungszahlen. Wenn man ein sehr kleines absolutes Risiko mit einer sehr großen Bevölkerungszahl von einigen Millionen multipliziert, ergibt sich eine hohe Zahl von virtuellen Opfern. Aus 1.000 Personen, die jeweils mit der Wahrscheinlichkeit von einem Tausendstel tot sind, wird ein angeblicher Toter konstruiert, den es in der Realität zum Glück nicht gibt, da die Schadensschwelle weit oberhalb der hier angenommenen Strahlenmenge liegt.
Die von den Grünen propagierte schwellenfreie lineare Dosis/Wirkungsbeziehung, auch Linear-No-Threshold (LNT) Hypothese genannt, kann experimentell nicht nachgewiesen werden. Sie ist deshalb in der Strahlenschutzpraxis durch einen Schadens-Schwellenwert zu ersetzen, der empirisch begründet ist.
Die Grünen mißbrauchen den tragischen Unfall von Tschernobyl für ihre Propaganda. Auf der Basis der unbewiesenen Linear-No-Threshold Hypothese behaupten sie Zehntausende von Strahlentoten. Dabei werden einfach die Hochdosis-Kurzzeitwerte der Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki auf die Niedrigdosis-Langzeiteffekte des Unfalls von Tschernobyl übertragen. Das widerspricht aber der wissenschaftlichen Erfahrung, denn Hochdosiseffekte lassen sich nicht auf die biologische Wirkung niedriger und niedrigsten Dosen extrapolieren.
Eine internationale Expertenkommission unter der Leitung der WHO hat festgestellt, daß der Unfall von Tschernobyl vermutlich 43 strahlungsbedingte Todesfälle verursacht hat, darunter 29 als Folge des akuten Strahlensyndroms und 9 als Folge des erhöhten Schilddrüsenkrebs-Vorkommens unter Kindern, wobei zwei der verstorbenen Kinder nicht behandelt und bei einem die Medikamente nicht verabreicht wurden. Ein verstärktes Auftreten von Leukämie oder von anderen Krebsformen, außer dem fast immer vollständig heilbaren kindlichen Schilddrüsenkrebs, war nicht nachweisbar. Genetische Defekte infolge des Unfalls konnten nicht beobachtet werden.
Die Totenzahl von Tschernobyl liegt unter der Opferzahl eines Durchschnittstags im globalen Steinkohlebergbau, der pro Tag 60 Tote fordert. Allein im chinesischen Kohlebergbau waren im Jahr 2004 über 6.000 namentlich bekannte Tote zu beklagen. Ein Vergleich der Risiken zeigt, daß die Kernenergie zu den sichersten Energiearten zählt. Der Unfall von Tschernobyl spricht nicht gegen die Kernenergie, sondern gegen den Sozialismus, der ihn möglich gemacht hat.
"Der Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 erfolgte bei einem Reaktortyp mit schlechterer Technik und schlechterer Sicherheitseinrichtungen, bewußter Abschaltung von Sicherheitseinrichtungen, Fehlverhalten und mangelnder Kenntnis der Bedienungsmannschaft ... Die heutigen westlichen Kernkraftwerke und auch die meisten östlichen Kernkraftwerke sind heute mit einer vielfachen und ausgeklügelten Sicherheitstechnik ausgerüstet, die einen Vorfall wie in Tschernobyl mit größter Wahrscheinlichkeit ausschließt." Ludwig Lindner
Die von den Grünen in diesem Zusammenhang genannte lange Halbwertszeit des Plutoniums ist nicht stichhaltig, denn das Plutonium ist viel zu schade für die Endlagerung. Die schnellen Brüter können das im Reaktor erzeugte Plutonium zu neuem Brennstoff aufbereiten. Eine rationale Energiewirtschaft wird diese Möglichkeit nutzen.
Die von den Grünen erzwungene Blockade des Endlagers Gorleben hat nicht sachliche, sondern ausschließlich politische Gründe. Man will damit den Eindruck erwecken, als ob die Endlagerfrage nicht gelöst sei. Dabei hat sogar die Bundesregierung erklären müssen, daß "... die bisher gewonnenen geologischen Befunde einer Eignung des Salzstockes Gorleben nicht entgegen stehen".
Es ist einfach, gegen eine neue Technologie irrationale Ängste zu mobilisieren. Das war z. B. im 19. Jahrhundert der Fall, als es einen weit verbreiteten Widerstand gegen die Eisenbahnen gab, denen man alle möglichen Gesundheitsgefährdungen unterstellte. Die Grünen stehen in dieser Tradition. Sie sind Technikfeinde, die jede Neuerung verhindern wollen.
Die aus der extremen Linken hervorgegangene Umweltbewegung neuen Typs erkannte sehr schnell, daß man aus der Verteufelung der Kernenergie politisches Kapital schlagen kann. Es gelang den Grünen, Ängste zu schüren und darauf aufbauend eine Protestbewegungen zu schaffen. Dabei waren sie sehr erfolgreich. 1975 konnten sie in Wyhl am Rhein erstmals den Bau eines Kernkraftwerks verhindern. In 1976 versuchten die grünen Kernkraftgegner unter Anwendung massiver Gewalt, den Bau des Kernkraftwerkes Brokdorf unmöglich zu machen. Auch in den folgenden Jahren kam es regelmäßig zu gewalttätigen Angriffen auf die verhaßte Hochtechnologie, z. B. bei den Castor-Transporten oder der Blockade des Endlagers Gorleben.
Im November 1980 beschloß die grüne Antiatomkraft-Bewegung den Krefelder Appell, der unter dem hysterischen Motto stand: "Der Atomtod bedroht uns alle". Den größten Triumph feierten die Grünen im Juni 2000, als auf Druck einer rot-grünen Bundesregierung die Energiewirtschaft einen Vertrag unterschrieb, der den Ausstieg aus der Kernenergie vorsieht. In dieser Kapitulationserklärung werden für alle Kernkraftwerke Restlaufzeiten vorgeschrieben, die weit unterhalb der technisch möglichen Laufzeiten liegen.
Dieses Energiediktat wird von den Grünen zynischerweise Atomkonsens genannt. Das Management der deutschen Energiewirtschaft ist zwar zu diesem Kernkraftverzicht gedrängt worden, aber es hätte bei etwas Standfestigkeit durchaus auch andere Optionen gehabt. Diese Selbstaufgabe ohne Not bestätigt die historische Erfahrung, daß das Bürgertum gegenüber totalitären Bewegungen zur Beschwichtigung neigt und sich mut- und orientierungslos zeigt. Joseph Schumpeter verweist auf "... die sehr charakteristische Art, in der kapitalistische Interessengruppen und die Bourgeoisie als ganzes sich verhalten, wenn sie einem direkten Angriff ausgesetzt sind. Sie reden und plädieren - oder stellen Leute an, die das für sie tun sollen; sie greifen nach jedem sich bietenden Kompromiß; sie sind immer bereit aufzugeben; sie liefern niemals einen Kampf unter der Flagge ihrer eigenen Ideale und Interessen."
"Ohne Schutz durch eine nicht bourgeoise Gruppe ist die Bourgeoisie politisch hilflos und nicht nur unfähig, ihre Nation zu führen, sondern sogar ihre eigenen Klasseninteressen wahrzunehmen." Joseph Schumpeter
Die Grünen haben durch ihren Amoklauf gegen die Kernenergie einen immensen volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet. Wir dokumentieren hier einige Beispiele für das grüne Zerstörungswerk:
| Von Grünen erzwungene Maßnahme | Kosten in Millionen Euro |
|---|---|
| Stillegung des THTR von Hamm-Uentrop | 2.000 |
| Aufgabe des Schnellen Brüters von Kalkar | 4.000 |
| Schließung der Wiederaufbereitungsanlage von Wackersdorf | 800 |
| Aufgabe der MOX-Anlage in Hanau | 500 |
| Stillegung des Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich | 4.000 |
| Abschaltung des Kernkraftwerks Stade (Wiederbeschaffungswert) |
2.000 |
| Abschaltung des Kernkraftwerks Obrigheim (Wiederbeschaffungswert) |
2.000 |
| Ersatzstrom für Stade und Obrigheim bei 2ct/kWh (pro Jahr) |
150 |
| Bau von Zwischenlagern bei den Kernkraftwerken | 500 |
| Verzögerung der Inbetriebnahme des Forschungsreaktors München 2 | 100 |
| Zusätzliche Bürokratie infolge der Novellierung des Strahlenschutzrechtes (pro Jahr) |
100 |
| Beendigung der Erkundungsarbeiten in Gorleben | 1.300 |
Das Ausstiegsdiktat der Bundesregierung sieht vor, daß in den nächsten Jahren alle 18 deutschen Kernkraftwerke abzuschalten sind. 30% der Stromerzeugung in Deutschland stammen aus dieser Quelle. Ihr Verlust wäre ein schwerer Schlag für die Volkswirtschaft, die steigende Energiekosten, Kapitalflucht und Vernichtung von Arbeitsplätzen zu erwarten hat.
Während die Grünen in Deutschland die sichere und preiswerte Kernkrafttechnologie zerstören, nutzen andere Länder die Vorteile dieser Technik. Ende 2004 waren weltweit 22 Kernkraftwerke in Bau, circa 80 Kernkraftwerke sind in Planung, darunter allein in China circa 40. Auch in Europa gibt es Staaten, die ihre Kernkraftwerke ausbauen.
Effizienzsteigerung und Einsparung
Um die Löcher zu stopfen, die der grüne Kampf gegen fossile Energieträger und Kernenergie reißt, setzen die Grünen auf die drei EEE: Effizienzsteigerung, Einsparung von Energie, Erneuerbare Energie.
Für die Effizienzsteigerung in der Nutzung von Energie sorgt ein freier Energiemarkt selbst, denn der Gewinn läßt sich nur maximieren, wenn man die Kosten minimiert. Ein Blick in die Wirtschaftsstatistik zeigt, daß die Kapitalisten keine Ermahnungen der Grünen benötigen, um mit der Ressource Energie sorgsam umzugehen. Der Kapitalismus ist u. a. dadurch gekennzeichnet, daß er pro Nutzeinheit immer weniger Energie aufwendet. Die Entkoppelung von Ressourcenverbrauch und Wirtschaftswachstum verläuft parallel zum wissenschaftlich-technischen Fortschritt.
Im Jahr 1960 wurden je 1.000 DM reales Bruttoinlandsprodukt 840 kg Rohstoffe und Energie benötigt, im Jahr 1999 betrug der Ressourcenverbrauch nur noch 447 kg. Der Endenergieverbrauch je 1.000 DM reales BIP sank von 146 kg Steinkohleeinheiten (SKE) in 1960 auf 97 kg SKE in 1999. In den 1990er Jahren wuchs die deutsche Wirtschaft um 11,5%, während der Energieverbrauch in diesem Zeitraum von 318 auf 316 Millionen Tonnen SKE zurückging. Im Jahr 1990 wurden in Deutschland je 1.000 Dollar reales BIP 92,6 kg Erdöl verbraucht, 1999 waren dafür nur noch 84,4 kg Erdöl erforderlich.
Diese Zunahme in der Produktivität des Energieeinsatzes läßt sich weltweit beobachten. So ist die Energieintensität, d. h. der Energieeinsatz je Einheit des BIP, in den USA von 1920 bis 2000 um 40% gesunken. In 1981 mußten die USA noch 13,7% ihres BIP für Energie aufwenden, in 2001 waren es nur noch 7,2%. Der Pro-Kopf-Energieverbrauch ist ständig gesunken. Im Jahr 1980 verbrauchte jeder Deutsche 6,5 Tonnen SKE an Primärenergie, 1991 waren es 6,2 Tonnen, 2006 nur noch knapp 6 Tonnen SKE. Dabei ist zu berücksichtigen, daß in diesem Zeitraum das reale Bruttoinlandsprodukt erheblich stieg.
Über Einsparungen an Energie befinden in einer freien Gesellschaft die Bürger und nicht die Politiker. Beim heutigen Stand der Technik können nennenswerte Einsparungen nur zu Lasten des Komforts und der Gesundheit vorgenommen werden.
Ein Beispiel dafür liefert die von den Grünen propagierte Niedrigenergiebauweise bei Wohnhäusern. Mit staatlichen Zwangsmitteln, wie der Energieeinsparverordnung (EnEV), der Wärmeschutzverordnung (WSVO), der Energiesparverordnung (ESVO) und dem obligatorischen Energieausweis (Energiepass) für Häuser soll Energiesparen erreicht werden. Tatsächlich führen die verordneten Maßnahmen nicht zur Einsparung von Energie, sondern zu Bau- und Gesundheitsschäden.
Die politisch korrekten Dämmstoffe lassen die Wärmestrahlung nahezu ungehindert durch und können deshalb Wärmeabfluß und Energieverbrauch nicht wesentlich einschränken. Die Nachteile der Dämmbauweise sind vielfältig: der überdichte Bau verschimmelt, die zementverklebten Dämmstoffe feuchten durch (saufen ab), das Aufheizen feuchter Raumluft frißt Energie, der Schallschutz sinkt. Dem luftdicht gebauten Niedrigenergie-Haus fehlt Frischluft, dadurch steigt die Feuchtigkeit und die Schadstoffkonzentration. Die Ökohäuser haben viel zu viele Milben, Keime, Schimmelpilze und Algen.
Die Bewohner der verordnungsgemäß gedämmten Häuser leiden häufig an baubedingten Krankheiten. Das feuchte Wohnklima der Energiesparbauten verursacht vielfach Asthma. Jedes zehnte Kind im Alter von 6 Jahren ist davon betroffen. Die hohe Milben- und Schimmelpilzbelastung in den Ökohäusern führt oft zu Allergien. Jeder Dritte leidet an einer Allergie.
Die Grünen behaupten, daß eine künstliche Lüftung mit Wärmerückgewinnung die Probleme in den Dämmbauten lösen könnte. Das ist aber nicht der Fall, denn nutzerunabhängigen Wohnungslüftungssystemen sind teuer, energieintensiv und hygienisch riskant. Es ist aufschlußreich, wohin die Regelungswut der Grünen führt. Ein nach ihren Vorstellungen gedämmtes und somit luftdicht gebautes Haus verhindert neben dem Wärmeaustausch auch den Luftwechsel. Wenn die Bewohner nicht im wahrsten Sinne des Wortes im Amts-Schimmel verrecken wollen, gibt es nur zwei Alternativen: alle paar Stunden die Fenster aufreißen und damit die teuer erwirtschaftete Energie-Einsparung wieder herauslüften oder auf kostspielige, energieverschleudernde und gesundheitsgefährdende künstlich-maschinelle Lüftungstechnik setzen. Ist das der Weg "zurück zur Natur", den die Grünen gehen wollen?
Ein beliebtes grünes Einsparmärchen lautet: wenn man auf den Standby-Modus der Elektrogeräte verzichtet, indem man sie bei Nichtgebrauch vollständig ausschaltet, kann man zwei bis drei Kernkraftwerke einsparen. Diese Behauptung, die von den Grünen immer wieder wiederholt wird, hält keiner Überprüfung stand.
Ein Kernkraftwerk mit 1.400 MW Leistung und 8.000 Stunden Jahresverfügbarkeit produziert pro Jahr 11,2 Millionen MWh oder 11,2 Milliarden kWh. Der Standby-Verbrauch beträgt bei alten Geräten circa 3 Watt, bei neuen Geräten etwa 1 Watt. Wenn wir vereinfachend annehmen, daß alle Deutschen in 4-Personen-Haushalten leben, dann können wir mit 20 Millionen Haushalten rechnen. Unter der Annahme, daß pro Haushalt 2 alten Geräte von je 3 Watt und 2 neue Geräten von je 1 Watt vorhanden sind, kommen wir auf einen Strombedarf im Standby-Modus von 8 Watt, der bei einem Standby-Betrieb während zwei Drittel des Jahres (8760 Stunden/Jahr x 0,67 x 8 = 46.954 Wattstunden pro Jahr) einen Verbrauch je Haushalt von rund 47 kWh/Jahr zur Folge hat. Bei 20 Millionen Haushalten ergibt das pro Jahr 940 Millionen kWh. Das sind circa 8,4% der Stromproduktion eines Kernkraftwerkes.
Der Standby-Einsparungsvorschlag der Grünen berücksichtigt überdies nicht, daß der Standby-Modus nicht nur der Bequemlichkeit und der Betriebsbereitschaft dient, sondern auch die Lebensdauer der Hardware erheblich erhöht. Die grüne Betonung des Standby-Betriebs entspricht nicht seiner Bedeutung im realen Leben. Der größte Teil des Stromverbrauchs im Haushalt wird durch wärmeerzeugende Geräte, wie Waschmaschine, Geschirrspüler, Küchenherd, Wäschetrockner, Bügeleisen, Toaster, Mikrowelle verursacht und nicht durch die Unterhaltungselektronik oder Computer. Man sollte jeden Grünen, der in die übliche Standby-Rhethorik verfällt, fragen, welche wärmeerzeugenden Geräte er in seinem Haushalt benutzt.
Nach dem Willen der Grünen sollen die fossilen Energieträger und die Kernenergie durch die erneuerbaren Energien ersetzt werden. Dieses Programm muß die gegenwärtige Gesellschaftsordnung zerstören, denn der Bedarf an elektrischem Strom, Wärmeenergie und Kraftstoffen einer modernen Industriegesellschaft läßt sich nicht mit den primitiven Energieformen der vorindustriellen Zeit decken.
Das "Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien" (EEG) zwingt die Energieversorger, sämtlichen Strom, der aus den grünen Lieblingsenergiearten gewonnen wurde, zu einem Preis abzunehmen, der weit über den Marktpreisen für fossile und nukleare Energieformen liegt. Das EEG befiehlt für Windstrom einen garantierten Abnahmepreis von 9 cts/kWh, für Solarstrom von circa 55 cts/kWh. Dazu kommt noch eine zusätzliche Belastung von 2,4 cts/kWh durch die Bereitstellung von Standby-Kapazitäten in konventionellen Kraftwerken, da Wind- und Solarstrom nicht planbar anfallen. Zum Vergleich: der durch das EEG verdrängte Strom aus Kernenergie oder Kohle kostet 2 cts/kWh.
Die staatliche Subventionierung der erneuerbaren Energien erhöht die Stromkosten um zwei Drittel, d. h.: 40% des Strompreises ist durch die grüne Energiepolitik verursacht. Ein Durchschnittshaushalt, der eine Stromrechnung von 1.200 Euro/Jahr hat, wird durch die Grünen mit circa 500 Euro pro Jahr belastet. Das ist aber nur ein Teil der Gesamtbelastung, denn beim Kauf von Heizöl, Benzin oder Diesel fallen Ökosteuern an, die pro Jahr 22 Milliarden Euro einbringen. Im Deutschland gehen 70% des an der Tankstelle gezahlten Benzinpreises in Form von Steuern an den Staat. Daran muß man die Politiker erinnern, wenn sie die Mineralölkonzerne für eine Preiserhöhung kritisieren, die ihren Grund in gestiegenen Rohölpreisen hatte.
Das EEG ist ein groß angelegtes Programm zu Vernichtung volkswirtschaftlicher Werte. Ein Beispiel dafür ist der § 6 EEG, der eine Subventionierung für Strom aus Geothermie vorsieht. Da bei der Umwandlung von Erdwärme in Elektrizität nur ein Wirkungsgrad von 8% erreicht wird, verliert die Volkswirtschaft dadurch erhebliche Werte. Für die 16.000 Windräder, die Ende 2006 in Deutschland installiert waren, wurden rund 20 Milliarden Euro ausgegeben. Dafür erhält der Verbraucher Strom, den er ohne die Windräder viel billiger erhalten hätte. Der Nutzen der Windkonverter liegt darin, Geld aus den Taschen der Stromabnehmer und Steuerzahler in die Taschen der wenigen Betreiber und Erbauer zu schaufeln.
Die Windräder lieferten 2004 rund 4% des in Deutschland verbrauchten Stroms. Angesichts des massiven Aufwands eine karger Ertrag. Da der Wind selten weht, arbeiten die Windkraftanlagen nur mit 18% ihrer installierten Kapazität. Sie können daher Kohle- oder Kernkraftwerke nicht ersetzen, welche die erforderliche Grundlast bereitstellen müssen. Wegen der fluktuierenden Netzeinspeisung der Windräder kommt es zu Energievergeudung, da die Ersatzkraftwerke zeitweise im Leerlauf arbeiten müssen. Wenn in mehreren konventionellen Kraftwerken die Generatoren sich drehen, aber keinen Strom ins Netz abgeben dürfen, weil die privilegierten erneuerbaren Energien den Vorrang haben, dann verbraucht diese Art des Standby-Betriebes mehr Energie als der von den Grünen so heftig kritisierte Standby-Modus in Haushaltsgeräten.
Die unregelmäßig produzierenden Windkraftanlagen überlasten das vorhandene Stromnetz, das bisher auf gleichmäßige und steuerbare Zulieferung durch große Kraftwerke ausgelegt war. In ein Stromnetz muß immer so viel Energie eingespeist werden, wie im Augenblick gebraucht wird. Da die Windkraft- und Solaranlagen schwankende Mengen von vielen Standorten liefern, sind die Netzbetreiber gezwungen, bis 2020 insgesamt 40 Milliarden Euro in Ausbau und Regelung des Stromnetzes zu investieren. Diese zusätzlichen Kosten sind ausschließlich durch die technischen Besonderheiten der erneuerbaren Energien verursacht, aber zu zahlen haben nicht die Verursacher, nämlich die Betreiber der Öko-Anlagen, sondern alle Bürger. Es handelt sich hierbei um einen klassischen Fall der Abwälzung betriebsbedingter Kosten auf die Allgemeinheit. Bei der Kernenergie predigen die Grünen, die externen Kosten zu internalisieren, obwohl diese ausschließlich politisch bedingt sind, siehe z. B. die Kosten für die atomaren Endlager. Bei den erneuerbaren Energien gilt dies alles nicht.
Die Grünen behaupten, daß die Subventionierung der Windkraft viele Arbeitsplätze geschaffen habe. Tatsächlich beschäftigen die Hersteller von Windrädern 42.000 Arbeitskräfte, dies jedoch zu einem hohen volkswirtschaftlichen Preis. Jeder Arbeitsplatz in diesem Wirtschaftszweig wird mit circa 50.000 Euro pro Jahr subventioniert. Nun kann man jeden Euro nur einmal ausgeben. Das für die erneuerbaren Energien verschleuderte Geld fehlt an anderer Stelle, wo es produktiver verwendet worden wäre. Wann werden die Grünen den Einsatz von Mähdreschern verbieten und befehlen, die Getreideernte mit Sense und Dreschflegel einzubringen? Das würde garantiert viele Arbeitsplätze schaffen. Wir wären zwar alle ärmer, aber dafür hätten alle Menschen Arbeit, wenn auch nicht zu den gewohnten Löhnen.
Auch bei der staatlichen Förderung der Energieerzeugung aus Biomasse kommt es zu einer erheblichen Ressourcenvergeudung. Strom aus Biogasanlagen wird bei heimischer Produktion nicht nur durch das Stromeinspeisungsgesetz, sondern auch durch die Energiepflanzenprämie sowie die Flächenprämien der EU gefördert. Wird bei der Stromproduktion auch die Abwärme genutzt, erfolgt eine zusätzliche Förderung durch das Gesetz zur Kraft-Wärme-Kopplung. Je nach Größe der Anlage wird die kWh aus Biomasse mit 8,7 bis 10,2 Cent vergütet. Dabei gilt: je kleiner die Anlage, desto größer der garantierte Abnahmepreis. Das führt dazu, daß vor allem kleine Anlagen gebaut werden, obwohl größere Anlagen erheblich effizienter sind. Eine andere Nebenwirkung der staatlichen Förderung besteht z. B. darin, daß Bauern, die Mais als Futtermittel nutzen, dafür mehr als den üblichen Marktpreis zahlen müssen, weil die lukrative energetische Verwertung von Mais diesen verknappt. Überdies ist der Flächenbedarf bei dieser Art der Energieerzeugung groß. Eine 500 kW Anlage verbraucht Pflanzen von 250 Hektar. Die Grünen polemisieren gerne gegen die konventionelle Landwirtschaft, deren Ressourcenverbrauch und Naturferne angeprangert wird. Bei erneuerbaren Energien scheint diese Wirtschaftsweise aber politisch korrekt zu sein.
Die grüne Energiepolitik zwingt die Verbraucher und Steuerzahler jährlich einen zweistelligen Milliardenbetrag für die erneuerbaren Energien auszugeben. Dieser gewaltige Aufwand hatte zum Ergebnis, daß in 2005 der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Primärenergieverbrauch stolze 4,6% betrug.
Energiemarkt statt Energiediktat
In einem freien Energiemarkt kann jedermann die Energiearten kaufen, die er möchte. Den Grünen wäre es freigestellt, nach Herzenslust die erneuerbaren Energien zu nutzen. Sie müßten dann aber den Vollkostenpreis ihrer heilsbringenden Energieträger bezahlen. Hier zeigt sich die Heuchelei der grünen Politik: die Grünen begeistern sich zwar für alternative Energieformen, sind aber nicht bereit, persönlich die Kosten dafür zu übernehmen. Statt dessen mißbrauchen sie die Zwangsmittel des Staates, um Andersdenkende für etwas zahlen zu lassen, das diese gar nicht wünschen.
Die volkswirtschaftlichen Kosten der grünen Energiepolitik sind so hoch, daß diese zu einem der Hauptgründe für den wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands geworden ist. Bei einer Fortsetzung dieser Politik wird sich die BRD in ein vorindustrielles Entwicklungsland zurück entwickeln. Das ist durchaus im Interesse der Grünen, die immer offen bekannt haben, daß sie zurück zu dem einfachen Leben in einem idyllischen Arkadien wollen.
Für die antikapitalistischen Grünen ist die Energiepolitik eine wirkungsvolle Waffe gegen das von ihnen bekämpfte Gesellschaftssystem. Die ständig steigenden Energiepreise geben den willkommenen Vorwand, um privatwirtschaftliche Energieversorgungsunternehmen an den Pranger zu stellen. Die Kapitalisten werden für Preiserhöhungen verantwortlich gemacht, die ihre alleinige Ursache in der staatlichen Energiepolitik haben. Wenn sich die Energielage in Deutschland weiter verschlechtert, werden die Grünen mit großer Empörungsgeste verkünden: "Der Kapitalismus ist den Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden", und den Sozialismus als Lösung des von ihnen verursachten Problems anpreisen.